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Solarfonds – Die Spreu vom Weizen trennen

Jede Geldanlage hat  ihre eigenen Risiken. Sogar Spareinlagen bei Banken und Sparkassen, die durch einen Sicherungsfonds geschützt sind, haben ein Inflationsrisiko. Das Gleiche gilt für Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland. Schon bei einer  relativ niedrigen Inflationsrate können Sparer Jahr für Jahr einen Wertverlust ihrer Einlagen erleiden. Im Falle einer Superinflation oder eines Euro-Währungsschnitts könnten diese Geldanlagen sogar einen Großteil Ihres Wertes einbüßen.

Deshalb wenden sich immer mehr  Investoren einer Geldanlage in Sachwerten zu.   Gold, Silber und andere seltene Metalle erlebten in den letzten Monaten der Eurokrise eine starke Nachfrage. Doch auch für die Wertbeständigkeit von Edelmetallen gibt es keine Garantie. Der Gold- und Silberpreis ist stark spekulativ geprägt und niemand weiß, ob die Werte weiter steigen oder wieder zurückfallen. So fiel im Mai 2011 der Silberpreis um 10 %! Auch der Kauf von Gold oder Silber als reine Wertanlage ist stellt nichts anderes als eine Spekulation dar.

Mehr Sicherheit können Beteiligungen an produktiven Anlagen bieten, die nicht an der Börse gehandelt werden. Zum Bsp. Kraftwerke, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geförderet werden. Sie bekommen über zwanzig Jahre staatlich garantierte Einspeisevergütungen. Doch auch diese Beteiligungen unterliegen spezifischen Risiken und müssen deshalb sorgfältig analysiert werden.

Solche Risiken sind das Erstellungs- und das Anschlussrisiko, das Finanzierungs- und Refinanzierungsrisiko, bei ausländischen Anlagen kommen politische und wirtschaftspolitische Risiken hinzu. Bei Windkraftfonds besteht das Risiko windschwacher Jahre etc.

Bei Photovoltaikanlagen bzw. Solarfonds stehen den Risiken allerdings besondere Sicherheiten und Chancen gegenüber:

  1. Der Inflationsschutz. Strom wird in jeder wirtschaftlichen Situation gebraucht. Die Energiepreise steigen in der Regel schneller als die Preise des Warenkorbs. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz setzt einen Mindestpreis fest. In Zeiten von hohen Preissteigerungen kann der Strom aber auch am Markt zu höheren Preisen verkauft werden.
  2. Die Sonneneinstrahlung unterliegt im Gegensatz zur Windenergie im langjährigen Mittel nur geringen Schwankungen.
  3. Photovoltaikanlagen gelten als ausgereift, sie sind störungsarm und wartungsarm. Es gibt wenig mechanische Teile, die verschleißen könnten.

Fragen die jeder Investor von Solarfonds klären sollte:

  1. Sind die Anlagen bereits angeschlossen oder wie wird sichergestellt, dass die Anlagen zu den beschriebenen Anlagekriterien eingekauft werden und ans Netz gehen?
  2. Gibt es eine verbindliche Finanzierungszusage und wie ist  Refinanzierungsrisiko am Ende der Darlehnslaufzeit überschaubar?
  3. Sind die Einspeiseerlöse durch das EEG oder im Ausland durch vergleichbare Gesetze gesichert?
  4. Wie hoch ist die Investitionsquote im Verhältnis zu den Weichkosten?
  5. Wie stabil ist die politische und finanzpolitische Situation des Investitionslandes?
  6. Entspricht die Fondslaufzeit meinem persönlichen Liquiditätsbedarf. Solarfonds laufen bis zu fünfundzwanzig Jahre. Es gibt aber auch sogenannte Kurzläufer, die nach acht oder zehn Jahren die Einlage zurückzahlen.
  7. Wie müssen die Ausschüttungen versteuert werden?
  8. Auch Fragen nach technischen Qualitätsstandards und internen Versicherungen sollten geklärt sein. Bei allen bankenfinanzierten Fonds kann der Anleger jedoch davon ausgehen, dass die finanzierende Bank bereits strenge Auflagen dazu gemacht hat.

Achtung: Manche Fonds werben damit, dass sie reine Eigenkapitalfonds sind. In aller Regel kann der Kapitalanleger davon ausgehen, dass es sich in diesem Fall um eine Risikofinanzierung handelt, die von den Banken abgelehnt würde. Eine Ausnahme bilden sogenannte Zweitmarktfonds, die bereits bestehende Anlagen aufkaufen oder Dachfonds. Bei diesen findet sich die Fremdfinanzierung allerdings auf der Ebene der Zielfonds.

 Fazit: Solarfonds können ein besonders gutes Chancen-Risiko-Verhältnis bieten.  Doch die Qualität eines  jeden Fonds sollte gründlich geprüft werden. Eine erste Orientierung können Fondsbeschreibungen im Internet bieten. Detaillierte Fragen beantworten die Anlageberater die sich im Netzwerk Ökofinanz 21 zusammengeschlossen haben.

Samuel Begasse

www.samuelbegasse.de

www.unternehmensbeteiligungen.de

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Solarförderung seit 1.7.2010 geringer, nächste Kürzung zum 1.10.2010

Die drastische Kürzung der Solarförderung in Deutschland kommt nun in zwei Schritten. Im ersten Schritt zum 1. Juli 2010 fällt die geplante Förderkürzung um 3 %-Punkte niedriger aus als ursprünglich geplant und beträgt für Strom

– aus Dachanlagen 13 %

– für Anlagen auf Freiflächen 12 % und

 – auf Konversionsflächen 8 %.

Ab Anfang Oktober 2010 werden die Förderungen nochmals um zusätzliche 3 % bei allen Arten von Anlagen gekürzt. Wohl dem, der seine Einspeise-Vergütung vorher schon sicher hatte, denn diese bleibt unverändert. Ob neue Solarfonds aus Deutschland sich auch nach der Förderkürzung rechnen, muss sich erst noch auch anhand der Preisentwicklung der Module erweisen! (aus: ‚k-mi‘ 09/10)

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