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News im Mai

7 Mrd. € verloren – junge Autofahrer – Fondssparpläne – Standard-Riester – Sparkasse kündigt – 35,4 % Psyche

Niedrigzinsen kosten Deutsche über 7 Milliarden – allein im 1. Quartal

Die Liebe der Deutschen zum Sparbuch ist unverbrüchlich, Niedrigzinsen hin oder her. Im internationalen Vergleich lassen die Bundesbürger dadurch jede Menge Renditepotenzial liegen. Mehr noch: Durch die Inflation nimmt die Kaufkraft des Ersparten ab. Denn aktuell gibt es auf Tagesgeld, Festgeld und Spareinlagen durchschnittlich mickrige 0,2 Prozent Zinsen. Die Inflation liegt deutlich darüber, nämlich bei rund 1,5 Prozent. Wer sein Geld auf dem Sparbuch parkt, muss also mit einer realen Negativverzinsung von 1,3 Prozent leben.

Allein im ersten Quartal 2018 haben die Deutschen so 7,1 Milliarden Euro oder 86 Euro pro Kopf eingebüßt. Seit 2010 kosteten die Niedrigzinsen – in Kombination mit ertragsschwachen festverzinslichen Spareinlagen – jeden Bürger im Schnitt 999 Euro.

Diese Bilanz könnte deutlich besser aussehen, wenn die Scheu vor den Kapitalmärkten geringer ausgeprägt wäre. Diese ist insofern unberechtigt, als seriöse Aktieninvestments sich langfristig bisher noch immer ausgezahlt haben, auch wenn es zwischenzeitlich zu Abschwüngen kommen kann. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Anlageprodukte, welche die Rückzahlung der eingezahlten Beiträge garantieren und zusätzlich die Partizipation an renditestarken Kapitalmarktinvestments ermöglichen.

Versicherer bringen Standard-Riester auf den Markt

Seit Einführung der Riester-Rente reißen die Diskussionen um das Altersvorsorgeprodukt nicht ab. Im Wesentlichen monieren die Kritiker, dass die Riester-Angebote zu kompliziert und zu teuer seien. CSU-Chef Horst Seehofer erklärte das Modell gar für „gescheitert“. Fachleute betrachten die Sache dagegen differenzierter. Aber auch von ihnen räumen die meisten ein, dass eine Entschlackung der Produkte und der Produktlandschaft sinnvoll wäre.
Dieses Ziel haben die Versicherer nun ins Visier genommen: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) möchte noch vor der Sommerpause einen Standardvertrag präsentieren. Er soll das Riestern nicht nur einfacher, sondern auch preiswerter machen. So sollen Bürger und Politik endgültig mit dem Produkt versöhnt werden.

Dessen ungeachtet gibt es einen neuen politischen Vorstoß aus Hessen für eine kapitalmarktbasierte, staatlich organisierte „Deutschlandrente“. Auch im Koalitionsvertrag der GroKo wird eine Riester-Verbesserung gefordert.

Warum sich Fondssparpläne auszahlen

Eine private Altersvorsorge ist gerade für Menschen mit niedrigerem Einkommen unabdingbar, um im Ruhestand nicht auf Grundsicherungsniveau zu fallen. Auch 50 oder 100 Euro im Monat können bei guter Anlage nach Jahrzehnten ein hübsches Zubrot abwerfen. Was aber ist eine „gute Anlage“?

Wie eine Auswertung des Bundesverbands Investment und Asset Management e. V. (BVI) zeigt, ist man mit einem Fondssparplan gut beraten. Und das gilt für alle Einkommensklassen und unabhängig vom Sparziel. Wer in den vergangenen 20 Jahren einen Fondssparplan mit Schwerpunkt auf deutschen Aktien mit monatlich 100 Euro bediente, kann sich über 6,5 Prozent Rendite freuen. Die Einzahlungssumme von 24.000 Euro hat sich damit mehr als verdoppelt.

Wer stattdessen die Sicherheit von Rentenfonds gegenüber dem (langfristig eher theoretischen) Verlustrisiko an der Börse bevorzugte, muss sich heute mit lediglich gut 8.000 Euro Rendite begnügen – denn Euro-Anleihen brachten im selben Zeitraum nur gut 3 Prozent p. a. ein. Fondssparpläne lassen sich bereits ab 25 Monatsbeitrag abschließen.

Psyche bei mehr als jeder dritten Frau für Berufs-/Erwerbsunfähigkeit verantwortlich

Viele Menschen haben das Gefühl, das Leben in der modernen Hochleistungsgesellschaft werde immer „schneller“ und damit anstrengender. Die Folge: Stress, Burn-out und andere psychische Belastungen nehmen zu. Das zeigt sich auch in den Statistiken zur Berufs- und Erwerbsunfähigkeit. Seit Jahren sind seelische Probleme auf dem Vormarsch. Die neuesten Zahlen, die der Versichererverband GDV jüngst für 2016 vorlegte, unterstreichen diesen Trend – und zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Bei 35,4 Prozent der Frauen, die berufs- oder erwerbsunfähig werden, liegt die Ursache in der Psyche. Bei Männern sind es „nur“ 25 Prozent, wenngleich seelische Probleme auch hier auf Rang eins der Ursachen stehen. Insgesamt ergibt das 29 Prozent aller Betroffenen. Auf Rang zwei folgen Erkrankungen des Bewegungsapparats mit 18,4 Prozent. Hier sind Männer (20,9) stärker betroffen als Frauen (14,4). Anders sieht es wieder bei den Krebserkrankungen aus, die insgesamt auf 18 Prozent kommen: Bei 23 Prozent der Frauen und 14,8 Prozent der Männer sind sie für Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit verantwortlich. Unfälle sind bei 11,5 Prozent der Männer und nur 5,1 Prozent der Frauen der Auslöser.

Insgesamt muss mehr als jeder fünfte Arbeitnehmer vor Erreichen des Rentenalters die Erwerbstätigkeit einstellen. Eine Berufsunfähigkeitsvorsorge wird daher auch von Verbraucherschützern dringend empfohlen – denn die staatliche Absicherung ist kaum der Rede wert.

Sparkassen wollen „teure“ Kunden loswerden

Einst wurden sie als erzsichere Geldanlagen und optimale Altersvorsorge verkauft: langfristige Spar- und Bausparverträge der Sparkassen. Die hohe Garantieverzinsung ist den Bankmanagern in den heutigen Niedrigzinszeiten jedoch ein Dorn im Auge. Im Zuge von Kostensenkungen auf breiter Front werden immer mehr Kunden die Verträge einfach gekündigt. Vor allem sächsische Sparkassen machten in jüngerer Zeit damit Schlagzeilen, aber auch andere Kreditinstitute verfolgen diese Taktik.

Als Entschädigung steht beispielsweise den Kunden der Sparkasse Bautzen das Angebot offen, ein Sparbuch mit 1,1 Prozent Zinsen zu eröffnen. Das ist zwar deutlich mehr als derzeit bei Sparbüchern üblich, aber auch deutlich weniger als in den Ursprungsverträgen vereinbart. Zudem darf nur das alte Vertragsvermögen auf die neuen Sparbücher übertragen werden, weitere Einzahlungen sind nicht möglich.

Verbraucherschützer monieren, dass das „Prinzip der Vertragstreue“ mit den Kündigungen infrage gestellt werde. Mehrere Klagen gegen Sparkassen laufen aktuell, abschließende Urteile wurden noch nicht gefällt.

Junge Autofahrer leben (und fahren) gefährlich

Obwohl die 18- bis 24-Jährigen nur 7,7 Prozent der deutschen Bevölkerung ausmachen, stammen 13,6 Prozent der Straßenverkehrstoten aus dieser Altersgruppe. Von den Verletzten sind es sogar 16,5 Prozent. Dass die jungen Fahrer so desaströs überrepräsentiert sind, geht auf eine Mischung aus mangelnder Erfahrung und jugendlichem Leichtsinn zurück. Und dieser scheint nicht so einfach zu zügeln zu sein, wie eine erste Telematik-Datenauswertung eines großen Kfz-Versicherers jetzt ergab.

In den seit einigen Jahren erhältlichen Telematik-Tarifen bekommen die Kfz-Halter einen Prämienrabatt, wenn sie eine vernünftige Fahrweise nachweisen. Dies geschieht mittels einer kleinen (Telematik-)Box im Auto, die Daten zum Fahrverhalten aufzeichnet. Auf deren Basis wird ein Score-Wert errechnet und dem Versicherer mitgeteilt.

Das Erstaunliche: Auch junge Fahrer mit Telematik-Tarifen treten sehr häufig ungehemmt aufs Gaspedal, wie die Auswertung von rund 27 Millionen Fahrerdaten erbrachte. Vor allem zwischen ein und vier Uhr nachts wird die Vorsicht gern vollends suspendiert. Ob die jungen Raser die permanente Telematik-Überwachung schlicht vergessen oder bewusst auf den möglichen Beitragsnachlass verzichten, ist nicht bekannt.

Immobilienfonds verloren durch Finanzkrise im Schnitt 22 Prozent

Die Finanzkrise von 2008 schlug bei den offenen Immobilienfonds heftig ins Kontor. 18 in Deutschland erhältliche Fonds mussten damals geschlossen werden, das betroffene Vermögen belief sich auf circa 26 Milliarden Euro. Seitdem werden die Assets abgewickelt – mit unterschiedlichem Erfolg.

Die Ratingagentur Scope hat nun die bisherigen Ergebnisse der Portfolioverkäufe unter die Lupe genommen. Ein einziger Fonds schaffte ein Plus von 0,3 Prozent, alle anderen weisen rote Zahlen auf. In der Spitze beträgt das Minus 55 Prozent. Im Schnitt verloren die Anleger zwischen dem 30. September 2008 und dem 5. März dieses Jahres rund 22 Prozent. Die großen Unterschiede gehen
unter anderem auf verschiedene Kreditquoten und Startzeitpunkte zurück; manche Fonds wurden in einer Hochpreisphase aufgelegt.

Dessen ungeachtet kommen die aktuellen Immo-Fonds kaum noch damit hinterher, die ihnen zufließenden Gelder in aussichtsreiche Objekte zu investieren. Einige mussten daher unlängst die Annahme weiteren Anlagekapitals aussetzen

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Ungefördert „Riestern“ kann sich lohnen

Von einer Überzahlung  oder auch überriestern spricht man, wenn ein Sparer mehr als die maximal geförderten 2.100 Euro p.a. in seinen Riester Vertrag einbezahlt. Der Beitrag oberhalb der Fördergrenze gilt dann als ungefördert. Zudem kann grundsätzlich jeder eine Riester-Rente abschließen, auch wenn man beispielsweise nicht förderberechtigt ist und keine Zulagen beantragen kann.

Warum sollte man das tun? Ganz einfach, ungeförderte Riester Verträge werden steuerlich analog zur Lebensversicherung behandelt, wenn diese wenigstens 12 Jahre lange gehalten und nicht vor Vollendung des 62. Lebensjahres ausbezahlt werden. Das heißt, Sie müssen lediglich die Hälfte der Differenz zwischen eingezahlten Beiträgen und Ablaufleistung versteuern.

Damit wird der ungeförderte Riester Vertrag oder die Überzahlung einer geförderten Riester-Rente steuerlich durchaus attraktiv. Man könnte beispielsweise auch soweit gehen, dass überriestern bzw. ungefördert riestern einer der wenigen legitimen Schlupfwege aus der Abgeltungssteuer ist.

Vorteile beim ungefördert Riestern auf einen Blick

Insbesondere für Freiberufler und Selbstständige, die keinen Anspruch auf die Riester Förderung haben, ist ein ungeförderter Riester Sparplan sehr interessant.

  • auch Freiberufler und Selbstständige können ungefördert riestern
  • keine Abgeltungssteuer, stattdessen nur 50 % der Erträge zu versteuern
  • verfügbar als Riester Banksparplan und Riester Fondssparplan
  • keine nachgelagerte Besteuerung wie bei geförderten Riester Verträgen
  • 100 % Kapitalwahlrecht
  • vollständige Kapitalgarantie

 

Steuerliche Behandlung und Voraussetzungen

Um die attraktive, zur Kapitallebensversicherung analoge, steuerliche Behandlung nutzen zu können, müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  • Der Vertrag muss mind. 12 Jahre lang bestehen
  • Der Vertrag darf nicht vor Vollendung des 62. Lebensjahrs ausgezahlt werden
  • Beitrag über Förderhöchstgrenze oder keine Förderung beantragt

Je nach Vertrag kann man sich in der Auszahlungsphase für die Verrentung oder das 100% Kapitalwahlrecht entscheiden. In letzterem Fall müssen 50 % der Differenz zwischen eingezahlten Beiträgen und Ablaufleistung versteuert werden. Lässt man sich das Guthaben allerdings verrenten, gilt die ertragsanteilige Versteuerung (wie bei private Rentenversicherung).

Um Missverständnisse auszuschließen: Natürlich gilt die steuerlich attraktive Behandlung bei Überzahlung nur für den Betrag, der die Fördergrenze überschreitet. Durch Überzahlung ändert sich in Bezug auf das geförderte Riester Guthaben (Vertragsguthaben für das Förderungen in Anspruch genommen wurden) nichts.

Vorzeitige Entnahme bei Überzahlung oder ungefördertem Vertragsguthaben

Im Gegensatz zum geförderten Riester Guthaben kann beim Überriestern oder ungefördert Riestern grundsätzlich jederzeit Kapital entnommen werden. Das geförderte Vertragsguthaben ist dann (bei Überzahlung) nicht betroffen.

Natürlich unterliegen vorzeitige Entnahmen ungeförderten Verrtragsguthabens (siehe Voraussetzungen für steuerliche Behandlung) der Abgeltungssteuer. 

 Riester ohne Förderung? Aber welche Produkte?

Grundsätzlich ist eine Überzahlung / ungefördert riestern bei allen Produkten, ausser Wohnriester (Bausparen und Darlehen) interessant. Jedoch erlaubt nicht jeder Anbieter eine Überzahlung. Diesem Problem kann man jedoch durch einen weiteren und ungeförderten Riester Vertrag umgehen.

Die Überzahlung einer Riester Rentenversicherung macht in diesem Jahr für Frauen besonderen Sinn, da diese bei einer normalen privaten Rentenversicherung durch ihre höhere Lebenserwartung benachteiligt sind

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Riester oder Betriebsrente?

Wenn Sie sich im Weiteren mit der Frage auseinandersetzen Riester oder Betriebsrente (bAV), ist die richtige Antwort eigentlich: beides!

Da wir ab 2030 mit einer gesetzlichen Rentenhöhe von ca. 40-45 % des letzten Gehaltes zu rechnen haben, braucht es beide Bausteine zur Ergänzung. 

Kurzübersicht  

  Riester  bAV
Beitragsphase  steuerfrei (bis 2100 € p.a.)   steuerfrei (bis 4188 € p.a.) 
SV-Abgabenfrei (bis 2688 € p.a.)
Zulagen (154 – 300 €)  
Gesamtvorteil in der Sparphase    ca. 30 % der Beiträge (Steuervorteil und Zulagen)   ca. 50 % (Steuervorteil und SV-Einsparung) 
(AG kann weiteren Zuschuss geben!)
  – Kürzung von Sozialleistungen (ALG, Krankengeld, Elterngeld…)? nein Ja
  – Einsatz für Wohneigentum?  Ja   Nein 
  – ausserordentlich kündbar?   Ja    Nein
  – Einfluss auf die Verwendung der Sparbeiträge? Ja    Nein (wenn der AG den Vertrag vorgibt)
     
Rentenphase       
  – Steuerpflicht ca. 10 % Abzug ca. 10 % Abzug
  – KV/PV-Beiträge nein Ja, voll (ca. 20 % Abzüge)
Gesamtbelastung in der Rentenphase    ca. 10 % der Rente  ca. 30 % der Rente  (Steuer + KV/PV-Beiträge) 

Hinweis -die Zahlenangaben basieren auf folgenden Annahmen:

– Bruttoeinkommen heute 30.000 € oder mehr
– Renteneinkommen ca. 20.000 €
 

Fazit:                          

Riester ist durch die Zulagen und Flexibilität interessant. Insbesondere wenn Kinder in die Familie kommen, gibt es erhebliche Zulagen (300 € je Kind und Jahr). Es hat auch keinen Einfluss auf die Höhe von SV-Leistungen (ALG,  Krankengeld, Elterngeld …), da das Brutto-Gehalt durch den Beitrag nicht vermindert wird.

 Interessant wird die bAV, wenn der Arbeitgeber einen Zuschuss gibt!

Oft zeigt sich leider, dass bAV-Verträge weniger Netto-Rendite als ein Privat- oder Riestervertrag haben, weil die Kosten hoch sind. Hier hilft nur eine konkrete Bewertung des vorliegenden Angebotes.

Wenn Ihnen Ihr Arbeitgeber ein gutes bAV-Angebot macht (das auch einem Marktvergleich standhält) ist es ratsam, sich zuerst zu überlegen, wieviel Sparbeitrag* NETTO in der Haushaltskasse INSGESAMT fehlen darf und diesen Beitrag auf beide Vertragsarten aufzuteilen (z.B. 50 % bAV, 50 % Riester..).

Wenn Ihr Arbeitgeber kein Angebot macht, wenden Sie sich an mich.

Ihr Gesamt-Vorsorgebeitrag sollte mind. bei ca. 10 % des Nettoeinkommens liegen.

 

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